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Heroon-polis

Heroon-polis

Teku oder Per-Atum (häbr. Pithom von ägypt. pr-'itm Haus des Atum, gr. Heroon-polis, unter den Assyrern auch Nathu, heute Tell er-Retabeh im Wadi Tumilat) war die Hauptstadt des 8. unterägyptischen Gaues Harpunengau. Der Stadt war als Gott eine Schlange zugeordnet. Eine Nähe zur Stadt Per-Ramesses (Pi-Ramesse, Haus des Ramses) aus der Zeit Ramses II. und der Nachbarstadt Avaris scheint nicht nur angesichts der biblischen Überleferung des Exodus gegeben. Die Stadt soll in der Gegend des pelusischen Arms des Nils gelegen haben, der heute jedoch trocken liegt. In der Region liegen auch Khata'na and Qantir, beide etwas südlich zu Tanis. E. Naville identifizierte im 19 Jahrhundert Tell el-Mashkuteh an Hand von Stelen und Tempeln die Atum geweiht waren als Pithom. Jüngere Funde dagegen weisen eher auf Teku hin. In zahlreichen Quellen wird Teku mit Pithom gleich gesetzt, was aber möglicherweise ein Irrtum ist bzw. noch auf Aufklärung wartet. Eine geografischen Nähe ohne Identität anzunehmen wäre hierbei ein möglicher Ansatz für eine Auflösung des Problems. Weiterhin besteht die Möglichkeit dass der Ort als Succoth bezeichnet wurde, dem ersten Halt nach dem Auszug der Israeliten aus dem ägyptischen Per-Ramesse.

Literatur


- Helck, W., Die ägyptischen Gaue. Wiesbaden 1974
- Roeder, G., Ägyptische Mythologie. Frechen 1999

Weblinks


- [http://ancientworlds.net/aw/Post/120715] Diskussionsbeitrag zum Exodus (englisch), enthält Zitate aus Forschungswerken Teku meint auch:
- die Teku Thapatali Monument Zone, Kathmandu, Nepal - ein zu seine Schutz unter internationaler Beobachtung stehendes historisches Gebiet.
- der Ort Tungan Teku, Nigeria, 10° 32' 0" N, 4° 28' 0" E
- das Wort Teku - eine hebräische Phrase im Sinne von "Lass es stehen" als Ausdruck für eine Angelegenheit die zunächst noch keine Antwort erhalten hat.
- im japanischen das Wort Technologie.
- Teku Teku, Titel eines japanischen Musikstücks der Neuzeit.
- eine silberne, getigerte Katze.
- eine Eidechse mit guten Augen, Trinidad.
- ein Unternehmen für Plastik-Produkte.
- als Teku Suede, Sportschuh von Puma. Die folgenden Personen tragen den Namen Teku:
- Teku, Phantasiefigur aus der Anime-DVD Hot Wheels - Accele Racers: Speed of Silence (Erscheinungsdatum: Sept. 2005).
- Michael Teku, erfolgreicher Radrennfahrer vom Team EriTel.
- Teku Jacob, indonesisicher Paleoanthropologe.
- Teku Kobayashi, Realheld mit Computerspiel-Gegenstück. Davon unabhängig existiert der Ort Teku'a (histor. Identität mit dem biblischen Tekoa bzw. Tekoah ist lt. Experten nicht gegeben) südlich von Bethlehem nahe dem ehemaligen Herrschaftssitz von Herodes Beth-haccerem.

Wadi

Der persische Ausdruck Wadi bezeichnet ein trockenliegendes Flussbett (Trockenfluss) in den Wüstengebieten Nordafrikas und Vorderasiens. Im Südwesten Afrikas nennt man solche Trockenflüsse Riviere. Wadis sind nur nach starken Regenfällen vorübergehend mit Wasser gefüllt. Sie können bis zu 100 m in die sie umgebende Wüste einschneiden und mit steilen Seitenwänden versehen sein. Viele Oasen mit ihren Dattelpalmpflanzungen liegen in Wadis. Dadurch dass die Wadis sich meist schlagartig mit Wasser füllen sind sie wie die europäische Klamm für Mensch und Tier gefährlich. Kategorie:Physische Geographie Kategorie:Geologie Wadi

Per-Ramesses

Pi-Ramesse ist die unter Ramses II. erbaute Hauptstadt des Alten Ägypten. Sie liegt im Nildelta. Die Stadt gilt teilweise auch als Ausgangspunkt des biblischen Exodus der Israeliten.

Erste Planungen

Schon kurz nach dem Tod seines Vaters Sethos I. erklärte Ramses II. den bei der alten Hyksosstadt Auaris im östlichen Nildelta gelegenen Sommerpalast, der von seinem Vater erbaut wurde, zum Kern seiner neuen Hauptstadt. (Eine Beteiligung der mehr oder minder hebräischen Reste der Hyksos und damit der Israeliten an den Ausführung dieser Baumassnahmen wird allgemein angenommen.) Er nannte sie Per-Ramessu-a'a-nachtu (Haus des Ramses, groß an Siegen). Den neuzeitlichen Namen die Türkisfarbene erhielt die Stadt aufgrund der dort bei Ausgrabungen gefundenen türkisfarbenen Kacheln.

Lage

Ramses ließ sie zu einer gewaltigen Metropole am Pelusischen Nilarm ausbauen, die wahrscheinlich eine Fläche von über 30 km² bedeckte. Die Stadt wurde von Grund auf neu geplant und erstreckte sich in nordsüdlicher Richtung ca. 6 km entlang des Nils und vom Knie des Pelusischen Nilarms rund 4 km in Richtung Osten. Der bedeutendste Stadtteil lag im Norden, beim heutigen Qantir. Pi-Ramesse war eine von vielen Kanälen durchzogene Stadt. Auch einige Seen wurden bei der Planung miteinbezogen. So wurde die Südstadt, die beim heutigen Tell el-Dab'a liegt, vom übrigen Stadtgebiet durch einen mehr als 1 km langen und 500 m breiten See abgegrenzt. Dieser war mit einem Seitenarm des Nils verbunden, was heute noch erkennbar ist.

Bauten

1929 wurde der ehemalige Königspalast dort von Khaled Ahmed Hamza entdeckt. Erst in neuerer Zeit wurden aber seine gesamten Ausmaße von rund 500 x 400 m ermittelt. Der bedeutendste Fund war der goldene Boden des königlichen Palastes. Die Tempelanlagen der Stadt wurden von späteren Dynastien, hier besonders der 22. Dynastie, abgebaut und zum Bau von deren Hauptstadt Tanis weiterverwendet, da der Pelusische Nilarm schon zu Zeiten der 20. Dynastie zu versanden begann und die Hafenanlagen nutzlos wurden.

Ausgrabungen

Im Süden werden die Ausgrabungen maßgeblich vom Österreichischen Archäologischen Institut ÖAI [http://www.oeai.at/ausland/teleldaba.html] unter der Leitung von Prof. Manfred Bietak betreut und durchgeführt, im Norden graben die Archäologen des Hildesheimer Roemer- und Pelizaeus-Museums [http://www.rpmuseum.de/alt_aegypten/alt_aegypten_index.html] unter der Leitung von Dr. Edgar Pusch.

Siehe auch


- Ramses II. Kategorie:Ägyptologie

Ramses II.

Ramses II. (
- ca. 1298 v. Chr.; † 19. Juli 1213 v. Chr.), auch der Große genannt, war der dritte ägyptische Pharao aus der 19. Dynastie des Neuen Reichs. Er regierte von 1279 bis 1213 v. Chr. und war einer der bedeutendsten Herrscher des Alten Ägypten. Während seiner Regierungszeit erreichte Ägypten eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte, wie sie nach ihm unter keinem Pharao mehr erreicht wurde. Durch sein diplomatisches Handeln gelang es ihm, einen fast fünfzigjährigen Frieden mit seinen Nachbarvölkern, auch mit den kriegerischen Hethitern, zu halten. Hethiter

Zur Person

Ramses war der Sohn von Sethos I. und seiner königlichen Gemahlin Tuja. Er hatte wahrscheinlich zwei Geschwister. Einen Bruder, der Nebchasetnebet hieß und schon in jungen Jahren verstarb, sowie eine Schwester mit den Namen Tia. Lange Zeit wurde Henutire auch für eine Tochter von Sethos I. und damit als eine Schwester von Ramses II. gehalten. Sie war aber in Wahrheit die zur großen königlichen Gemahlin erhobene Tochter von Ramses II. Nach Aussagen von Wissenschaftlern war er hellhäutig, etwa 175 cm groß und hatte rote Haare. Von seinen drei Großen Königlichen Gemahlinnen Nefertari, Isisnofret und Maathorneferure hatte er möglicherweise mehr als fünfzehn Kinder. In der Zuordnung sind sich die Ägyptologen nur bei den folgenden sicher:
- Nefertari gebar mehrere Söhne, den Erstgeborenen und Kronprinzen Amunherchepeschef, Paraherwenemef, Sethherchepeschef, Seti und Merire, sowie die Töchter Meritamun (weitere Große königliche Gemahlin), Nebettaui (weitere Große königliche Gemahlin) und Henuttaui.
- Isisnofret brachte die Töchter Bintanat (weitere Große königliche Gemahlin) und Isisnofret sowie die Söhne Ramses, Chaemwaset und Merenptah, den Nachfolger Ramses' II., zur Welt.
- In der Mitte seiner Regierungszeit, um das 34. Regierungsjahr, heiratete Ramses die hethitische Prinzessin Maathorneferure, die ihm die Tochter Neferure schenkte. Von Ramses II. sind als Nachkommen 40 Töchter und 45 Söhne bekannt. Designierte Nachfolger sind der Reihe nach Amunherchepeschef, Sethherchepeschef (Söhne der Nefertari), Ramses (1. Sohn der Isisnofret) und Chaemwaset (2. Sohn der Isisnofret). Sein wirklicher Nachfolger wurde dann Merenptah, der 13. Sohn (von Isisnofret). Während seiner letzten 20 Lebensjahre litt er an einer Versteifung der Wirbelsäule, die auch mit öfter auftretenden Entzündungen einherging. Aus diesem Grund konnte er im Alter nur noch tief gebückt und vermutlich an einem Stock gehen. Bei seinem Tod war er rund 85 Jahre alt.

Die Kindheit

Das erste große Ereignis im jungen Leben des Ramses dürfte die Thronbesteigung seines Großvaters Ramses I. gewesen sein. Zu diesem Zeitpunkt war Ramses etwa fünf Jahre alt. Da seinem Großvater bis zu seinem Tod nur knapp zwei Regierungsjahre verblieben, war das nächste Großereignis die Krönung seines Vaters Sethos I. im Jahr 1290 v. Chr.. Ramses' Lehrer war Tia, der Sohn des königlichen Schreibers und damit Vorratsverwalters Amunwahsu am pharaonischen Hof. Tia erreichte bei Ramses eine so hohe Vertrauensstellung, dass er später der Verwalter des Tempels der Millionen Jahre des Ramses wurde. Zudem heiratete Tia die Schwester Ramses', die ebenfalls Tia hieß, und wurde somit sein Schwager. Das Doppelgrab Tia und Tia wurde später direkt neben dem Grab des Haremhab in Saqqara entdeckt. Als Zehnjähriger bekam Ramses von seinem Vater den Ehrentitel Oberkommandierender des Heeres verliehen. Seine ersten Schlachten erlebte er rund zwei Jahre später im Nildelta, als sein Vater gegen die Tjehenu und Meschwesch in den Kampf zog und der junge Prinz ihn begleitete. Im Folgejahr zog das ägyptische Heer in Richtung Syrien, um die Hethiter zurückzudrängen und die Stadt Kadesch am Orontes wieder unter ägyptische Kontrolle zu bekommen. Nach dem Friedensschluss mit den Hethitern kehrte wieder Ruhe am ägyptischen Hof ein und mit knapp fünfzehn Jahren erhob Sethos I. seinen Sohn zum Mitregenten. Orontes

Als Mitregent

Mit großer Wahrscheinlichkeit stand der Palast des Ramses, der ihm als Mitregent seines Vaters erbaut wurde, in Memphis. Die beiden Königsgemahlinnen Nefertari und Isisnofret sind seit der Mitregentenzeit belegt. Ramses wurde mit ihnen in seinem fünfzehnten Lebensjahr verheiratet. Über die Herkunft beider ist nichts bekannt. Vermutungen der Ägyptologen gehen in die Richtung, dass Isisnofret möglicherweise eine syrische Prinzessin gewesen sein könnte, da die erste Tochter Bintanat genannt wurde. Der Name bedeutet Tochter der Göttin Anat. Anat war eine asiatische Göttin aus dem syrischen Raum. 1287 v. Chr. erlebte Ramses die Niederschlagung eines Aufstandes im Land Kusch mit. Seinem Vater gelang dies innerhalb nur einer Woche. Dabei machte er fast eintausend Gefangene. In seinem zweiundzwanzigsten Lebensjahr wurde Ramses von seinem Vater Sethos I. offiziell mit der Entgegennahme der Tributzahlungen aus den Ländern Wawat und Kusch betraut. Zudem zog er gegen aufständische Beduinen im Land Kanaan zu Felde. Nun tauchte der junge Mitregent auch als vollwertiger Pharao erstmalig auf Tempelinschriften auf. In einer Seeschlacht gelang es Ramses, die in das Nildelta eingedrungenen Schardana zurückzuschlagen, die sich mit den Libyern verbündet hatten. Kurz darauf, in Ramses' fünfundzwanzigstem Lebensjahr, starb plötzlich sein Vater Sethos I., und Ramses wurde zum neuen Pharao gekrönt.

Krönung

Weiterführende Informationen zu diesem Thema: Krönung (Pharao) Im August 1279 v. Chr. war die erste Handlung des angehenden neuen Pharaos die Beerdigung seines Vaters Sethos, die traditionsgemäß siebzig Tage in Anspruch nahm. Anschließend wurde der junge Prinz auf seine Krönungszeremonie vorbereitet. Als Ramses schließlich die straußenfederne Chepreschkrone trug, wurde seine aus fünf Namen bestehende Titulatur verkündet. Usermaatre Setepenre (Stark ist die Maat des Re, Auserwählt von Re; auch mit Beinamen: Zeichen des Re, Plan des Re, Herrscher von Theben, Erbe des Re, Geliebter des Re, Besitzer von Schlagkraft, stark wie Month.) Horus-Name:
Mächtiger Stier, geliebt von Maat, Herr von Sedfesten wie sein Vater Ptah-Tatenen, Geliebter des Re, der jedes Fremdland niedertritt unter seinen Sohlen, der sich über die Maat freut, der Theben erhebt mit mächtiger Kraft, Reich an Kraft, Sohn des Atum mit großen Siegen, der mit seiner Schlagkraft kämpft, mit großem Königtum, mit großem Ansehen, der die Maat erhebt, Reich an Schlagkraft mit spitzen Hörnern, der jedes Land schlägt, der die beiden Länder vereint, mit beständigem Willen und mächtiger Kraft, mit großen Sedfesten, Geliebter der beiden Länder, Starker Stier des Re, der die Asiaten zerschlägt, Stier der Herrscher, Groß an Sedfesten wie Tatenen. Herrinnenname:
Beschützer Ägyptens, der die beiden Länder unterwirft, Re der die Götterstatuen hervorbringt, der die beiden Länder begründet, Göttliches Abbild des Chepri, mit großem Ansehen, Beschützer Ägyptens, der die Denkmäler in Luxor hervorragend ausführt für seinen Vater Amun, der ihn auf seinen Thron gesetzt hat, der sich über die Maat freut wie der Horizontische, Kämpfer für Millionen, Löwe mit starkem Willen, der mit seiner Schlagkraft kämpft, der seine Armee beschützt, der den ihn Angreifenden zu Fall bringt, der das Ende der Welt erreicht. Goldname:
Goldhorus, reich an Jahren, groß an Siegen, reich an Schlagkraft, Geliebter der beiden Länder, ein Pfeiler wie Derjenige-der-in-Theben-ist, der Nützliches ausführt für den, der ihn erschaffen hat, mit mächtiger Schlagkraft, der die neun Bogen unterwirft, mit großen Siegen in jedem Fremdland, mit großem Ansehen und mächtiger Kraft, der die Fremdländer bezwingt und die Rebellen niederwirft. (Die Titulatur von Ramses II. ist in vielen unterschiedlichen Versionen überliefert. Dies liegt hauptsächlich an unterschiedlichen Deutungen der übersetzten Hieroglyphentexte. Die obige Titulatur entspricht der Angabe in Thomas Schneider, Lexikon der Pharaonen.) Nach einer anschließenden erneuten Salbung schloss ein Priester die Inthronisierung ab. Es folgten noch eine Nachtzeremonie und eine Zeremonie im Lebenshaus. Dann konnte der neue Pharao endlich seinen goldbeschlagenen Wagen besteigen und sich in einem großen Umzug seinem jubelnden Volk zeigen.

Pharao Ramses II.

Ramses' Mutter Tuja agierte in den ersten Jahren der Herrschaft zusammen mit seinen beiden Hauptfrauen Nefertari und Isisnofret als Große Königliche Gemahlin an seiner Seite. Dies ist auf vielen Inschriften, die aus den frühen Regierungsjahren stammen, belegt. Tuja starb dann aber im Jahr 1258 v. Chr. und wurde im Tal der Königinnen im Grab QV 80 bestattet. Ramses erhob seine Tochter Bintanat im Folgejahr zur GKG. 1255 v. Chr. bekam auch Meritamun dieses hohe Amt angetragen. Im Jahr 1255 v. Chr. verstarb die GKG Nefertari, die Ramses auf vielen Inschriften wegen ihrer Schönheit und seiner Liebe zu ihr förmlich vergötterte. Dies muss ein großer Schlag für den Pharao gewesen sein. Die Beisetzung fand im Tal der Königinnen statt. Das Grab QV 66 der Nefertari, das 1904 von Ernesto Schiaparelli entdeckt wurde, gilt heute als eines der schönsten und besterhaltenen Gräber ganz Ägyptens. Als die GKG Isisnofret im Jahr 1246 v. Chr. starb, heiratete Ramses wohl aus politischen Gründen die hethitische Prinzessin Maathorneferure. Wenn der auf späteren Inschriften erwähnte Sohn des Ramses Sethherchepeschef mit Amunherchepeschef identisch ist, starb dieser um das Jahr 1244 v. Chr. Er wurde im Grab KV 5 im Tal der Könige beigesetzt. Für das Jahr 1239 v. Chr. verzeichnen Inschriften die Heirat mit einer weiteren hethitischen Prinzessin, deren Name aber nicht erwähnt wird. Prinz Chaemwaset, der im Jahr 1230 v. Chr. als Ramses Nachfolger proklamiert wurde, starb aber schon 5 Jahre später, so dass 1225 v. Chr. Prinz Merenptah als neuer Thronfolger eingesetzt wurde.

Politik

Ein sehr wichtiges Mitglied am Hofe des Pharaos war der Wesir Paser. Er hatte dieses Amt schon unter Ramses Vater Sethos I. inne. Auch unter Ramses II. spielte Paser im ägyptischen Reich eine große Rolle. Er unterstützte den Pharao nicht nur in innenpolitischen Angelegenheiten, auch außenpolitisch besaß Paser durchaus ein Mitspracherecht. Schon unter der Regierung von Sethos I. waren die Hauptfeinde die libyschen Stämme im Nordwesten, sowie die syrischen Vasallenstaaten, die sich immer wieder gegen die ägyptische Herrschaft erhoben. Gegen Ende der Regierungszeit traf das Heer Sethos' I. hier auch erstmals auf die Hethiter, die begonnen hatten, ihr Reich in Richtung Ägypten auszudehnen, und die Stadt Kadesch in Nordsyrien eroberten. So war auch Ramses II. gezwungen, sich gegen dieselben Gegner zur Wehr zu setzen. Gerade die Hethiter bereiteten ihm zu Beginn seiner Regierungszeit große Schwierigkeiten. Kadesch Kadesch

Feldzüge nach Syrien

Schon im Sommer des vierten Jahres seiner Regierung, 1276 v. Chr., zog Ramses mit seinem Heer gen Syrien. Das Heer schlug den Weg ins Landesinnere ein und eroberte das Fürstentum Amurru, das unter der Herrschaft des Benteschina stand, zurück. Mit diesem Schlag forderte Ramses die Hethiter förmlich auf, sich einer Entscheidungsschlacht um die Vorherrschaft im syrischen Raum zu stellen. Ramses rüstete eine Armee von ca. 20.000 Mann aus und zog mit ihr 1274 v. Chr. den heutigen Gazastreifen entlang nach Syrien. Rund sechzehn Kilometer vor der Stadt Kadesch am Orontes im Wald von Labwi kam das Heer Anfang Mai zum Stehen. Auch der Hethiterkönig Muwatalli hatte ein Heer aufgestellt, das mit zwei Divisionen von jeweils fast 19.000 Mann und einer Streitmacht von 2.500 bis 3.500 Kampfwagenlenkern fast doppelt so groß war wie das ägyptische Heer. Hier kam es am 12. Mai 1274 v. Chr. zur Entscheidungsschlacht bei Kadesch, die die bestdokumentierte Konfrontation zweier Staaten der Antike bis zu diesem Zeitpunkt ist, da ihr Verlauf in vielen Tempelinschriften Ramses' II. erhalten ist. Siehe dazu den Hauptartikel: Schlacht bei Kadesch Die Schlacht brachte keinem der beteiligten Gegner einen Vorteil, so dass sich in den Folgejahren der hethitische Einfluss im Norden stabilisierte, aber die Hethiter nicht bis nach Ägypten vordringen konnten. Ramses führte noch dreimal sein Heer nach Norden. Nach etwa fünfzehn Jahren sahen sich die Hethiter jedoch von einem neuen Feind, den Assyrern, bedroht, so dass der König Hatussili III. Ramses einen Friedensschluss, ja sogar einen Bündnispakt anbot. Während an dieser Front relative Ruhe herrschte, musste sich Ramses aber durchaus bemühen, die anderen Landesgrenzen zu sichern. So unternahm er beispielsweise 1236 v. Chr. eine Strafexpedition in den Süden nach Nubien.

Frieden

Nach monatelangen Verhandlungen gelang es schließlich am 21. November 1259 v. Chr., den Friedensvertrag zwischen Ramses II. und Hattusili III. zu unterzeichnen. 1246 v. Chr. schlug Hattusili III. zusätzlich die Heirat Ramses' mit einer seiner Töchter, Maathorneferure, vor, um das Bündnis zwischen den beiden Ländern noch zu vertiefen. Zwei weitere Hochzeiten sollten folgen. Der Frieden mit den Hethitern, der als ältester bekannter schriftlicher Friedensschluss gilt, hielt bis über den Tod Ramses' II. hinaus. Sogar sein Sohn und Nachfolger auf dem Pharaonenthron Merenptah lieferte Getreide an den hethitischen König Suppiluliuma II., als in dessen Reich eine Hungersnot ausbrach. Doch gegen Feinde der Hethiter zog Merenptah nicht zu Felde, wie es der Friedensvertrag eigentlich vorsah. Kurz darauf ging das hethitische Reich unter. Siehe dazu den Hauptartikel: Ägyptisch-Hethitischer Friedensvertrag

Bauten

Durch Ramses' rege Bautätigkeit, die mit der Vollendung der begonnenen Bauwerke seines Vaters begann, ist uns im Wesentlichen seine Geschichte überliefert. Dies resultiert aus der gewaltigen Zahl an Inschriften, die er in die Tempel, Paläste und Stelen einmeißeln ließ. Nachfolgend eine kleine Auswahl:
- Abydos (Tempel)
- Akscha (Tempel)
- Amara-West (Tempel)
- Auaris
- Beit el-Wali (Tempel aus der Prinzenzeit)
- Bubastis
- Deir el-Medina (Stadterweiterung)
- Gebel es-Silsile (Tempelanlagen)
- Gerf Hussein (Haus des Ptah)
- Heliopolis (Tempelerweiterungen, Obelisken)
- Herakleopolis (Tempel)
- Hermopolis (Tempelerweiterung)
- Kárnak (viele Tempelerweiterungen)
- Luxor (Tempelerweiterung)
- Memphis (Tempelanlagen)
- Serapeum in Saqqara (ausgebaut)
- Theben-West (Grabanlagen)

Pi-Ramesse

Schon kurz nach dem Tod seines Vaters erklärte Ramses den bei der alten Hyksosstadt Auaris im östlichen Nildelta gelegenen Sommerpalast, der von seinem Vater erbaut wurde, zum Kern seiner neuen Hauptstadt. Er ließ ihn zu einer gewaltigen Metropole am Pelusischen Nilarm ausbauen, die wahrscheinlich eine Fläche von über 30 km² bedeckte. Die Tempelanlagen der Stadt wurden von späteren Dynastien, hier besonders der 22. Dynastie, abgebaut und zum Bau von deren Hauptstadt Tanis weiterverwendet, da der Pelusische Nilarm schon zu Zeiten der 20. Dynastie zu versanden begann und die Hafenanlagen nutzlos wurden. Siehe dazu den Hauptartikel: Pi-Ramesse

Abu Simbel

Pi-Ramesse Das wohl bekannteste Bauwerk, das Ramses II. hat bauen lassen, ist Abu Simbel. Die aus zwei Tempeln bestehende Tempelanlage liegt etwa 300 km südlich von Assuan, am Rande des Nasser-Stausees, im damaligen Nubien. Es wird vermutet dass er dieses prunkvolle Bauwerk bewusst zur Abschreckung der unterworfenen Nubier dort bauen ließ. Die Außenwand des Größeren Tempels ziehren vier überlebensgroße Sitzstatuen von Ramses II. und mehrere kleinere seiner Frauen und Kindern. Der kleine Tempel von Abu Simbel ist Ramses erster Hauptfrau Nefertari gewidmet. In einer großen internationalen Aktion konnte die Tempelanlage ab 1964 vor den durch den neu angelegten Nassersee immer höher steigenden Nilfluten gerettet werden, indem sie auf ein 64 m höheres Niveau versetzt wurde. Siehe dazu den Hauptartikel: Abu Simbel

Das Ramesseum

Abu Simbel An der Stelle in Theben-West, wo schon sein Vater Sethos I. einen Schrein errichtet hatte, baute Ramses den Palast des Ramses II. vereint mit Theben im Reich des Amun. Schon in der Antike wurde der Palast als Steinbruch benutzt und andere ägyptische Dynastien benutzten dessen Steine zum Bau ihrer eigenen Tempel. Im frühen 19. Jahrhundert, während der Ägyptischen Expedition, erforschte Champollion die Anlage und gab ihr den Namen Ramesseum. Siehe dazu den Hauptartikel: Ramesseum

Tod und Mumifizierung

Ramesseum Ramses II. starb einen Tag nach dem ägyptischen Neujahrsfest am 19. Juli im Jahre 1213 v. Chr. in seiner Hauptstadt Pi-Ramesse im Nildelta. Noch in derselben Nacht übernahmen die Mumienpriester den Leichnam, um die siebzigtägige Mumifizierung durchzuführen. Der Tote wurde auf den Balsamierungstisch gelegt und auf der linken Seite geöffnet, um die Organe zu entnehmen. Da nach dem ägyptischen Glauben der Tote auf Herz und Nieren überprüft wird, wurden diese beiden Organe wieder in den Körper zurückgegeben. Die restlichen Organe wurden dann in eigens dafür erstellte Kanopenkrüge gegeben und beigesetzt. In einem Natronbad wurde nun die Leiche des Ramses gereinigt. Nachdem sie mit Palmwein abgerieben worden war, begann der eigentliche Mumifizierungsvorgang. Der Körper wurde mit kleinen Lederkissen wieder in seine vorherige Form gebracht. Die Mumie wurde anschließend mit unzähligen Kräutern und Blüten ausgestopft. Schließlich wurde, wie in der ägyptischen Mythologie bei Osiris, der Penis entfernt, gesondert mumifiziert und wieder angesetzt. Der Körper wurde mit Binden aus feinstem Leinen eingehüllt. Alles geschah unter den Gesängen und Beschwörungsformeln des Vorlesepriesters. Vor der Bestattung wurden der Mumie jetzt noch die Schmuckstücke und die Totenmaske angelegt und sie komplett mit langen Leinenbinden und dem Grabtuch verschnürt. Nun kam sie in den Sarkophag. Weiterführende Informationen zu diesem Thema: Mumifizierung im Alten Ägypten

Das Grab

Ramses II. wurde 1213 v. Chr. im Grab KV 7 im Tal der Könige beigesetzt. Schon in der Regierungszeit von Ramses III. in der 20. Dynastie wurde es von zwei Grabräubern teilweise geplündert, wie es im Strike-Papyrus, der im Turiner Museum zu sehen ist, geschrieben steht. Eine erste Umbettung des Leichnams fand in der 21. Dynastie statt. Ramses II. kam in das Grab KV 17 seines Vaters Sethos I. Schon kurz darauf verbrachte man ihn in das Grab der Königin Inhapi und danach in das Versteck DB 320 bei Deir el-Bahari. Ramses' altes Grab KV 7 liegt an einer sehr ungünstigen tiefen Stelle im Tal der Könige. Immer wieder wurde es durch Sturzfluten in schwere Mitleidenschaft gezogen, so dass der Schutt den Eingang verschloss. Es wird angenommen, dass KV 7 Zerstörungen von mindestens zehn großen Sturzfluten zu überstehen hatte. 1798 wurde es von den napoleonischen Forschern, die während der Ägyptischen Expedition in das Tal der Könige kamen, als aufgefülltes Grab beschrieben. Später war Henry Salt der erste, der Grabungen dort ausführte. Die Schuttbeseitigungen von den Überflutungen verursachten aber eine zusätzliche Austrocknung der Wände, so dass Salz aus den Wänden in die Reliefs und Malereien zog. Auch Rosellini und Champollion untersuchten das Grab. 1845 besuchte Karl Richard Lepsius das Grab und zeichnete den ersten genauen Lageplan. Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert setzten wieder Sturzfluten dem Grab zu und verschütteten es erneut. Derzeit gräbt Christian Leblanc das Grab aus. Er versucht es vollkommen vom übrig gebliebenen Schutt zu befreien, damit es besser untersucht werden kann. Genaue Pläne bietet das [http://www.thebanmappingproject.com/ Theban Mapping Project] auf speziellen Seiten: [http://www.thebanmappingproject.com/sites/browse_tomb_821.html Das Grab KV 7], [http://www.thebanmappingproject.com/sites/pdfs/kv07.pdf Grabpläne, 2D und 3D, PDF-Datei]

Wiederentdeckung

Als am 5. Juli 1881 Muhammad Abd er-Rassul aus dem oberägyptischen Dorf Korna einige Beamte der ägyptischen Altertumsverwaltung zusammen mit Emil Brugsch zu dem ihm und seiner Familie schon lange bekannten Grab des Hohepriesters Pinodjem II. (TT 320 bei Deir el-Bahari) führte, staunten diese nicht schlecht, da in dem versteckten Grab etliche Mumien der bekanntesten Pharaonen der ägyptischen Antike aus der 18. bis 20. Dynastie lagen, darunter auch die Mumie von Ramses II. Aus Angst vor Grabräubern ließ Brugsch innerhalb von sechs Tagen das Depot komplett räumen und mit Hilfe von dreihundert Arbeitern alles auf einem Dampfschiff nach Kairo in das dortige Museum von Boulaq abtransportieren. Die Nachricht des königlichen Transports, der offiziell als Trockenfisch deklariert worden war, breitete sich unter der ägyptischen Bevölkerung wie ein Lauffeuer aus. Am Nilufer standen während der Fahrt weinende und schreiende Frauen sowie Männer, die mit ihren Gewehren Salutschüsse in den Himmel feuerten, wie bei einer Begräbniszeremonie. Siehe dazu: [http://www.uni-muenster.de/Philologie/Iaek/fo.html Die Königliche Cachette TT 320 heute - Institut für Ägyptologie und Koptologie der Universität Münster] Am 1. Juni 1886 wurde die Mumie Ramses' II. von Gaston Maspero im Museum von Boulaq innerhalb von nur einer Viertelstunde ausgewickelt. Dabei entstanden etliche Beschädigungen an der Mumie. Seit 1902 lagerte sie im Ägyptischen Museum in Kairo.

Ramses II. in Paris

Während der Ausstellungszeit im Ägyptischen Museum in Kairo herrschten für die Aufbewahrung der Mumie Ramses' II. keine optimalen Bedingungen, so dass sie immer mehr verfiel. So wurde beschlossen die Mumie im Pariser Louvre eingehend zu untersuchen und neu für die Ausstellung zu präparieren. Die Transall-Maschine mit der Mumie landete am 26. September 1976 nachmittags um 17 Uhr auf der französischen Militärbasis du Bourget, wo sie mit allen militärischen Ehren empfangen wurde. Der französische Präsident hatte die Ministerin für Unterricht Madame Saunier-Seité entsandt um den Pharao zu begrüßen. Ein fast hundertköpfiges Team aus französischen und ägyptischen Wissenschaftlern begleitete die Mumie in ein Speziallabor, in dem konstant eine Temperatur von 19,5°C und die Luftfeuchte bei 55% bis 60% gehalten wurde. Bei den folgenden Untersuchungen wurde festgestellt, dass Ramses von Natur aus rothaarig war. Im Alter hatte er ein Rückenleiden, das ihn zwang, am Stock zu gehen. Bei seinem Tod war er wahrscheinlich um die 85 Jahre alt. Weitere Untersuchungen brachten erhebliche zusätzliche Kenntnisse über die altägyptischen Techniken zur Mumifizierung. Die Mumie war deshalb in einem schlechten Zustand, weil sie von mehreren Pilzarten befallen war, die beseitigt werden konnten. Anschließend wurde sie einer Kobalt 60-Bestrahlung unterzogen um sie zu sterilisieren. Dann wurde sie neu konserviert und wurde am 10. Mai 1977 wieder in ihre Heimat nach Kairo geflogen, wo sie heute einen herausragenden Platz unter den Mumien im ägyptischen Museum einnimmt.

Die Bedeutung Ramses' II. in der Geschichte

Überlieferung

Die Bedeutung Ramses' II. in der Geschichtsschreibung bezieht sich nicht nur auf das Alte Ägypten. Als bedeutender Herrscher seiner Zeit im Vorderen Orient taucht sein Name in etlichen Variationen in vielen unterschiedlichen Schriften auf. In der Bibel wird sein Name als Ramses und auch die Hauptstadt Pi-Ramesse erwähnt. Der ägyptische Priester Manetho schrieb in griechischer Sprache über Ramesses Miamun, bzw. Rapsakes, während der griechische Historiker Herodot den Namen Rhampsinitus benutzte. Diodorus Siculus, der besonders von den Bauten, die heute als Ramesseum bekannt sind, beeindruckt war, benannte ihn um 60 v. Chr. Ozymandias, was eine Fehldeutung des ersten Teils des Thronnamens Usermaatre war. Die Geschichtsschreiber Plinius und Gaius Cornelius Tacitus schrieben in späteren Jahren über den König Rhamsesis oder auch Rhamses. Der Name Ozymandias erlangte eine gewisse Berühmtheit, als Percy Bysshe Shelley 1818 sein Gedicht über den ägyptischen König Ozymandias veröffentlichte. Ozymandias wurde aber zu der Zeit nicht unbedingt mit Ramses II. gleichgesetzt, sondern für seinen unbekannten Vorgänger oder sogar Nachfolger gehalten. Erst als mit der Entschlüsselung der Hieroglyphen durch Jean Francois Champollion 1822 die vielen Tempelinschriften Ägyptens deutbar wurden, nahm auch die Person des Ramses II. eine greifbare Gestalt an. Durch immer wieder neue Entdeckungen, die ihm zugeordnet werden konnten, wurde sein Name mit der Zeit so legendär wie der des König Artus.

Exodus

Ramses II. wird von einigen Forschern als der Pharao des Exodus angesehen, d.h. als derjenige Pharao, unter dem das Volk Israel aus Ägypten auszog. Diese These wird vielfach sehr kontrovers diskutiert. Während einige Forscher angeblich schlagende Beweise in der Bibel für diese These anführen, finden sich andere Textstellen, die dagegen sprechen. So ordnet beispielsweise der englische Ägyptologe David Rohl Ramses II. in die Zeit der biblischen Könige David und Salomon. Damit hätte der Exodus schon in der 13. Dynastie, zur Zeit der Pharaonen Sobekhotep IV. und Sobekhotep V., stattgefunden. Das Werk wird jedoch von Historikern ganz überwiegend abgelehnt, da seine Theorien (dass die Ägyptische Chronologie um mehrere Jahrhundert verkürzt werden müsste) eine neue absolute Datierung aller Chronologien und Funde Europas und des vorderen Orients für die Zeit vor 664 v. Chr. nach sich ziehen würde. Rohl stellt sich mit seinen Thesen in die Tradition von Immanuel Velikovsky, der ähnliche Thesen bereits Mitte des 20. Jahrhunderts verbreitet hatte, von der Fachwelt jedoch nicht ernst genommen wurde. Da es keine ägyptischen Quellen gibt, die den Vorgang des Exodus beschreiben oder auch nur erwähnen, und die Darstellung in den biblischen Texten Myth-Historie aus der Zeit ab dem 6. Jhd. v. u. Z. ist, wird er wohl für immer im Bereich der Spekulation verbleiben. Ob es den Exodus jemals gegeben hat, wird mittlerweile von einigen Archäologen und Althistorikern stark bezweifelt.

Heutige Sicht

Immanuel Velikovsky Unumstritten ist, dass in der Regierungszeit seines Vaters Sethos I. die ägyptische Wirtschaft und Kultur auf einem Höhepunkt angelangt war. Ramses war bemüht dieses Niveau zu halten, was sich nicht nur in der Vollendung der von seinem Vater begonnenen Bauten niederschlägt. Trotzdem sind die unter seiner Herrschaft ausgeführten Arbeiten qualitativ nicht so hochwertig wie die unter seinen Vorfahren ausgeführten. Unter den forschenden Ägyptologen war die Person Ramses II. nicht unumstritten. So beschrieb ihn der Ägyptologe Banson in den 1950er Jahren als "ungezügelten Despoten mit einer Regierungszeit, die keinerlei Parallelen besitzt, die Errungenschaften seines Vaters und seiner Vorfahren usurpierend, um seine eigene Bedeutung herauszustellen." 1959 bezeichnete ihn William C. Hayes als "aufdringlichen jungen Mann, der mit nicht viel Intelligenz, dafür aber Geschmacklosigkeit versehen war, aber eine enorme Energie und Anziehungskraft hatte". Kenneth A. Kitchen, der sich während seiner Forschungen viel mit Ramses II. beschäftigte, meinte, dass "seine Taten und sein Verhalten im Konsens unserer eigenen sozialen Werte als überheblich und größenwahnsinnig erscheinen, aber in seinem eigenen Umfeld und den Normen und Idealen der damaligen Zeit gesehen werden müssten". Claire Lalouette sieht in ihm bei näherer Betrachtung nur einen Blender, dessen antike Beschreibungen nur Idealisierungen der Person des Ramses II. darstellen.

Siehe auch


- Pharao
- Ägyptische Chronologie
- Das Poem Ozymandias

Literatur


- Philipp Vandenberg, Ramses der Große, Lübbe, 2003, ISBN 3404614941
- Joyce Tyldesley, Ramses - Das Leben des Pharao, Ullstein Verlag, 2002, ISBN 3550075294
- Katrin Schmidt, Friede durch Vertrag: Der Friedensvertrag von Kadesch von 1270 v. Chr., der Friede des Antalkidas von 386 v. Chr. und der Friedensvertrag zwischen Byzanz und Persien von 562 n. Chr., Europäischer Verlag der Wissenschaften, 2002, ISBN 3631388489
- Kenneth A. Kitchen, Ramesside Inscriptions, Translations Volume III, Ramesses II, His Contemporaries, Oxford-Blackwell, 2001, ISBN 0631184287
- Hermann A. Schlögl, Ramses II., Rowohlt Taschenbuch, 2000, ISBN 3499504251
- Christiane Desroches Noblecourt, Ramses - Sonne Ägyptens, Gustav Lübbe Verlag GmbH, 1997, ISBN 3785708998
- Kenneth A. Kitchen, Ramesside Inscriptions, Translations Volume II, Ramesses II, Royal Inscriptions, Oxford-Blackwell, 1996, ISBN 0631184279
- David Rohl, Pharaonen und Propheten, Droemer Knaur Verlag, 1995, ISBN 342626871X
- Claire Lalouette, Memoires De Ramses Le Grand, De Fallois, 1993, ISBN 2877061841
- Kenneth A. Kitchen, Pharao Triumphant - The Life and Times of Ramesses II, Aris & Phillips Ltd, 1982, ISBN 0856682152
- Die Grabungen des Pelizaeus-Museums Hildesheim in Qantir, Pi-Ramesse:
  - David A. Aston, Bd.1, Die Keramik des Grabungsplatzes Q I, Zabern, 1998, ISBN 3805319185
  - Anja Herold, Bd.2, Streitwagentechnologie in der Ramses-Stadt, Zabern, 1999, ISBN 3805323115 Für den Ägyptologen Christian Jacq war das Leben Ramses' II. Vorbild für seine historische Romanreihe
- Ramses
- # Der Sohn des Lichts, Rowohlt Taschenbuch, ISBN 3499224712
- # Der Tempel der Ewigkeit, Rowohlt Taschenbuch, ISBN 3499224720
- # Die Schlacht von Kadesch, Rowohlt Taschenbuch, ISBN 3499224739
- # Die Herrin von Abu Simbel, Rowohlt Taschenbuch, ISBN 3499224747
- # Im Schatten der Akazie, Rowohlt Taschenbuch, ISBN 3499224755 Weiterführende Literatur siehe auch: Altes Ägypten/Literaturliste

Weblinks


- [http://www.usermaatre.de/zentrum.htm Ausführliche Beschreibungen über Ramses II.] (deutsch)
- [http://home.arcor.de/pharao_ramses/ramses/ Weitere Seite mit Informationen zu Ramses II.] (deutsch)
- [http://www.touregypt.net/19dyn03.htm Ramses II.] (englisch)
- [http://www.homestead.com/wysinger/hair2.html Egyptology: Hanging in the Hair] Über die Haarfarbe von Ramses II. (Anm. afrozentrische Sicht) Kategorie:Mann Kategorie:Pharao ja:ラムセス2世

Avaris

Avaris (auch Auaris) ist die griechische Bezeichnung von Hutwaret, einer antiken Stadt im östlichen Nildelta im Alten Ägypten. Dieser Ort konnte beim modernen Ort Tell el-Dab'a im östlichen Nildelta lokalisiert werden. Schon im frühen Mittleren Reich gab es hier eine große planmäßig angelegte Siedlung. Daraus scheint sich im Verlaufe der 12. Dynastie eine bedeutende Stadt entwickelt zu haben. Ab der frühen 13. Dynastie siedelten hier verstärkt aus Palästina kommende Einwanderer, die den Ort in der Folge zu einem Handelszentrum gedeihen ließen. Ausgrabungen legten ein großes, palastartiges Gebäude der 13. Dynastie mit Friedhof, zahlreiche Wohnbezirke und einen Friedhofsbezirk frei. In der Stadt scheint sich ein großer Seth-Tempel befunden zu haben. Der Ort erscheint in ägyptischen und griechischen Quellen als die Hauptstadt der Hyksos. Die Umstände von deren Machtübernahme, sowie die Reihenfolge und die Namen ihrer Herrscher sind noch umstritten. In Tell el-Dab'a konnte ein Palastbezirk dieser Zeit ergraben werden, wobei dieser Palast auf einer Plattform stand. Nur die Fundamente dieser Plattform sind erhalten geblieben. Um 1550 v. Chr. wurde Avaris von den thebanischen Königen der 17. Dynastie erobert womit der Hyksosherrschaft ein Ende gemacht wurde. Die Stadt selbst blieb dennoch ein bedeutendes Zentrum. In der frühen 18. Dynastie wurden hier weitere Paläste errichtet, die teilweise sogar mit minoischen Fresken ausgeschmückt worden sind. Unter Ramses II. wurde die Hauptstadt Ägyptens und damit der Regierungssitz der Pharaonen in die Nähe des modernen Qantirs verlegt. Avaris wurde dadurch zu einem Vorort der neu errichteten Residenz. Vor allem der Seth-Tempel ist damals weiter ausgebaut worden. Die Leitung von Grabungen in Tell el-Dab'a/Avaris hat seit 1966 Prof. Dr. Manfred Bietak vom Österreichischen Archäologischen Institut inne.

Literatur


- Manfred Bietak, Tell El-Dab'a V/1: Ein Friedhofsbezirk der mittleren Bronzezeitkultur mit Totentempel und Siedlungsschichten. Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1991, ISBN 3700118848 Kategorie:Ort in Ägypten

Nil

Der Nil (arab. بحر النيل, Bahr al-Nīl) ist ein Strom in Afrika. Der Nil entspringt in den Bergen von Ruanda und Burundi und mündet ins Mittelmeer. Dazwischen durchfließt er die Gebiete von sechs Staaten: Burundi, Ruanda, Tansania, Uganda, Sudan und Ägypten. Besonders für Ägypten hat der Nil überragende wirtschaftliche Bedeutung. Mit 6.671 km Länge ist der Nil der längste oder zweitlängste Fluss der Erde, da die Länge des Amazonas – je nach Definition – zwischen 6.500 km und 7.200 km angegeben wird. Die ungenaue Angabe beruht darauf, dass der Quellfluss des Amazonas nicht eindeutig zu bestimmen ist. Siehe hierzu auch: Die längsten Flüsse der Erde

Flusslauf, -länge und Einzugsgebiet

Der Nil besitzt zwei so genannte Quellflüsse - den kürzeren Blauen Nil und den wesentlich längeren, eigentlichen Weißen Nil.

Quellflüsse

Der Hauptfluss des Nils, der Weiße Nil, entsteht aus den Quellflüssen des Akagera-Nil, der oftmals nur Kagera-Nil genannt wird und in den Tälern der Gebirge von Ruanda und Tansania aus zwei Quellflüssen gespeist wird: # "Burundischer Quellfluss", der in Burundi entspringt # "Ruandischer Quellfluss", der in Ruanda entspringt

Burundischer Quellfluss: Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Akagera

Der Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Akagera bildet den südlichsten und längsten Quellfluss des gesamten Nils: Dieser Flusslauf ist von der Quelle bis zur Mündung 6.671 km lang; sein Einzugsgebiet umfasst 2.870.000 km² (andere Angaben, die in den verschiedensten Medien zu finden sind, berichten von sogar 6.693 km und 2.881.000 km²); nur der Kongo, welcher der wasserreichste Strom Afrikas ist, hat in Afrika ein noch größeres Einzugsgebiet. Weil der Nil von der Quelle des Luvironza aus gemessen insgesamt länger und größer als der nachfolgend genannte "Ruandische Quellfluss" ist, stellt er den tatsächlichen Quellfluss des Nils dar. Die Quelle des "Burundischer Quellflusses", welche die südlichste des Nils und auch die vom Nildelta bzw. von der Mündung des Nils am weitesten entfernte ist, liegt in den östlichen Randgebirgen des Great Rift Valley bzw. in den südlichen Hochgebirgen von Burundi. Sie befindet sich etwa 45 km östlich des Tanganjikasees zwischen Bururi und Rutana; sein Quellbach heißt Luvironza. Von dort aus fließt dieser über den Ruvuvu, der auch Ruwubu oder Ruwuwu genannt wird, und über den Ruvusu, der auf den letzten Kilometern schiffbar ist, in Richtung Norden und heißt nach 350 km Länge Akagera (Fortsetzung siehe weiter unten).

Ruandischer Quellfluss: Rukarara-Nyabarongo

Der Rukarara-Nyabarongo bildet den nördlicheren und kürzeren Quellfluss des gesamten Nils. Er gilt als einer der beiden Quellflüsse des Weißen Nils. Entdeckt wurde die Quelle des Rukarara im Jahr 1898 durch Richard Kandt. Sein Quellgebiet liegt rund 185 km weiter nördlich, als die des zuvor genannten "Burundischen Quellflusses". Die Quelle, Source du Nil (Nilquelle) genannt (daher ein Mineralwasser namens Nil) liegt im südlichen Ruanda ebenfalls in den östlichen Randgebirgen des Great Rift Valley. Sie befindet sich in etwa 2.700 m Höhe im Nyungwe-Wald etwa 40 km südöstlich des Kiwusees, der oft auch Kivusee genannt wird. Von dort aus fließt er als Rukarara 50 km in östlicher Richtung ab und bildet später - mit dem ihm zufließenden Mwogo - den etwa 225 km langen Nyabarongo (auch Njawarongo genannt). Dieser fließt zuerst in Richtung Nordosten, um dann nach Osten abzuknicken; die dort mehr als rechtwinklige Laufänderung ist geologisch/tektonisch durch die Entstehung der Virunga-Vulkane und des Great Rift Valley bedingt. Danach steuert der Nyabarongo auf Kigali zu, ohne die Hauptstadt von Ruanda direkt zu erreichen. Südlich dieser Stadt, von der er mit kleinen Schiffen mit wenig Tiefgang nutzbar ist, nimmt er den 165 km langen Akanyaru (auch Akanjaru genannt) auf, der aus Richtung Süden kommt und ebenfalls in seinem Unterlauf mit kleinen Schiffen mit wenig Tiefgang befahrbar ist. Der Nyabarongo setzt seinen Lauf auf der Grenze von Ruanda und Burundi sowie auf der Grenze von Ruanda und Tansania nach Osten fort und passiert den Rwerusee (Lac Rweru). Ab dort trägt der Fluss den Namen Akagera ...

Weiterer Flusslauf

Der Flusslauf Akagera-Nil-Viktoria-Nil-Albert-Nil-Weißer Nil-Nil bildet ab der oberhalb der Rusumo Falls liegenden Grenze von Ruanda und Tansania die Fortsetzung der zuvor genannten Flussläufe - Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Akagera ("Burundischer Quellfluss") und Rukarara-Nyabarongo ("Ruandischer Quellfluss"). Er entsteht in knapp über 2.000 m Höhe in der Bergwelt von Ruanda, fließt überwiegend in nördliche Richtungen und mündet in Ägypten in das Mittelmeer:

Akagera-Nil

Der rund 850 km lange Akagera-Nil (auch Kagera-Nil und früher teils Alexandra-Nil genannt) ist vorerst nur die Fortsetzung des Flusslaufs Rukarara-Nyabarongo in den Gebirgstälern von Ruanda. Er fließt - schiffbar - zuerst innerhalb Ruandas und dann rund 175 km auf den zuvor erwähnten Grenzen nach Osten. An seinem etwas östlich bzw. unterhalb von Ngara liegenden "Südknie" nimmt der Akagera-Nil den Ruvusu auf, welcher der Unterlauf des "Burundischen Quellflusses" ist. Danach knickt er nach Norden ab und stürzt nur wenige hundert Meter nach dieser Flusseinmündung über die Rusumo Falls (Chutes Rusumu). Nach dem Wasserfall ist der Akagera bis zum "Nordknie" wieder schiffbar und bildet nicht nur im dortigen Akagera-Nationalpark die Grenze von Ruanda und Tansania, um rund 180 km weiter im Norden sein "Nordknie" und das Dreiländereck Ruanda-Tansania-Uganda zu erreichen. Dort wechsellt der Flusslauf abermals geologisch/tektonisch bedingt und wieder mehr als rechtwinklig seine Fließrichtung nach Osten. Fortan fließt er erst ein Stück direkt auf der Landesgrenze von Uganda und Tansania; danach verlässt er diese, um über zahlreiche Stromschnellen durch die nördlichen Teile von Tansania zu fließen. Später steuert er in Richtung Nordosten, um rund 270 km nach seinem "Nordknie" und unweit der Grenze der beiden zuletzt genannten Staaten in den Westteil des Viktoriasees zu münden. Seltsamerweise wird der Flusslauf bis zu diesem See oftmals nicht als Teil des Nils angesehen (siehe hierzu weiter unten: "Der tatsächliche Quellfluss").

Viktoria-Nil

Der Nil fließt dann in Uganda als Viktoria-Nil aus dem Norden des Viktoriasees, in dem die überfluteten Owen- und Ripon Falls liegen, durch den Kiogasee, der auch Kyogasee genannt wird, und über die Murchison Falls, die man auch Kabelega Falls nennt und die im Murchison Nationalpark liegen, in den Albertsee, der früher auch Lac Mobutu-Sese-Seko hieß.

Albert-Nil

Unterhalb des Albertsees wird das Fließgewässer Albert-Nil genannt. Seinen Namen trägt er - gemeinsam mit dem Albertsee - zu Ehren des Prinzgemahls der Königin Victoria von England, Prinz Albert. Er fließt innerhalb Ugandas vorbei an der Ruinenstätte Wadelai weiter nach Norden und erreicht die Grenze zum Sudan.

Bahr al-Dschabal

Ab der Grenze zum Sudan heißt der Flusslauf Bahr al-Dschabal (arabisch: Bergfluss; auch Bahr al-Jabal und Bahr el-Dschebel genannt). Bei der Stadt Bur fließt er in den Sudd ein, ein großes Sumpfgebiet, in dem 53 Prozent des Wassers verdunsten.

Weißer Nil

Nach verlassen des Sudd trifft der Bahr al-Dschabal mit dem Fluss Bahr al-Ghazāl im No-See zusammen und wird ab da als 'Weißer Nil bezeichnet, der nun ostwärts weiterfließt. Bei der Stadt Malakal trifft er auf den Jonglei-Kanal und den Zufluß des Sobat. Dann fließt er nordwärts weiter in Richtung Khartum und Omdurman, wo er auf den Blauen Nil trifft, der von rechts bzw. Südosten aus Äthiopien kommt.

Bahr an-Nīl

Von Khartum flussabwärts wird der Strom als Bahr an-Nīl (arabisch: Nilfluss) bezeichnet. Von dort an fließt er als so genannter Fremdlingsfluss durch ausgedehnte Steppen und Wüstenlandschaften s-förmig weiter nach Norden, ohne noch nennenswerte Nebenflüsse aufzunehmen. Während er dabei die Nubische Tafel durchbricht, passiert er die an seine östlichen Ufer angrenzende Nubische Wüste. Somit erreicht er den Nassersee, der durch den von 1960 bis 1971 errichteten Assuan-Damm aufgestaut wird. Darin überquert der Nil die Grenze vom Sudan nach Ägypten, welches der Strom von Süd nach Nord durchfließt. In den Wüstengebieten Oberägyptens bildet der Nil dabei eine 5 bis 20 km breite Niederung, eine lebenswichtige Fluss-Oase, die landwirtschaftlich nutzbar ist. Durch den eben erwähnten und zum Zweck der umfangreichen Bewässerung errichteten Staudamm, der die Schwebstoffe und Sedimente zurückhält, lässt mit der dauerhaften Nutzung der Felder deren Fruchtbarkeit nach; dies liegt auch daran, dass die Versalzung der Böden zunimmt, so dass mit Düngern nachgeholfen wird.

Nil

Nördlich bzw. unterhalb des Assuan-Staudamms und etwa ab Qena trägt der Strom nur noch seinen eigentlichen Namen - Nil. Nun tangiert er die östlich angrenzende Arabische Wüste. Weiter nördlich fließt sein Wasser östlich am Fayyum-Becken vorbei, eine große oasenartige und reichlich besiedelte Beckenlandschaft, mit der er über den Bahr Yusuf (Kanal) verbunden ist. Unterhalb von Kairo und damit noch weiter nördlich, fächert sich der Nil zum etwa 24.000 km² großen Nildelta auf, nach dessen Durchfließen er schließlich in das Mittelmeer mündet; der Assuan-Staudamm ist auch der Grund, warum dieses Flussdelta nicht mehr weiter ins Meer vorgeschoben, sondern durch die dort oftmals sehr starke Brandung abgetragen wird.

Nebenflüsse

Wasserfälle

Kaskaden und Stromschnellen

Im Oberlauf des Weißen Nils (mit all seinen ihn speisenden Flüssen) muss das Nil-Wasser zahlreiche kleinere und größere kaskadenartige Wasserfälle überwinden; dazu gehören:
- Rusumo Falls (Chutes Rusumu) auf der Grenze von Ruanda und Tansania
- Kuruma-Schnellen in Tansania - östlich vom Nordknie des Kagera-Nils
- Ripon Falls in Uganda - (durch den Owen-Falls-Damm vom Viktoriasee überflutet)
- Owen Falls in Uganda - (durch den Owen-Falls-Damm vom Viktoriasee überflutet)
- Murchison Falls (auch Kabelega Falls genannt) in Uganda

Katarakte

In Mittelauf des Nils, unterhalb der Einmündung des Blauen Nils in den Weißen Nil, muss(te) das Nil-Wasser zwischen Omdurman und Assuan insgesamt 6 Katarakte überwinden. Dies sind explizit bei Niedrigwasser schwer passierbare Stromschnellen, die nicht nur im alten Ägypten sehr gefürchtet waren, weil sie zwischen teils spitzen und nur schwer überschaubaren Felsklippen hindurchführen, so dass man sie mit großen Booten oder Schiffen nicht befahren kann; noch heute stellt dies eine Herausforderung dar, diese Katarakte mit Kleinbooten zu überwinden. Früher bildeten sie die Grenze zwischen den Königreichen. Diese 6 natürlichen Granitbarrieren, sind Hunderte Millionen Jahre alte Zeugnisse von übereinander geschobenen Kontinentalplatten, die wesentlich härter sind, als das weiche Sedimentgestein, das der Nil selbst abgelagert hatte. Man nannte diese Barrieren schlicht und einfach Katarakte und gab ihnen eine zusätzliche Nummer; die Nummerierung erfolgt flussaufwärts: Der 1. Katarakt liegt bei Assuan, der heute allerdings – wie der zweite – von den Wassermassen des Nassersees überlagert ist. Der 3. Katarakt liegt nur etwas nördlich von Kerma, der vierte östlich von Merowe und der fünfte 50 km nördlich von Berber. Der oberste Katarakt liegt etwa 75 km nördlich von Omdurman. Durch diese Katarakte fließt das Nil-Wasser aufgrund des schmaleren und tieferen Flussbettes und des stärkeren Gefälles zumeist reißend, insbesondere wenn weiter südlich die Regenzeit tobt und die Wassermassen nach Norden kommen. Bei Assuan wird die Nilschifffahrt durch das 1. Katarakt nach wie vor unterbrochen: Alles was per Schiff weiter nach Süden will, Material und Menschen, muss umgeladen werden bzw. umsteigen, um einen Umweg über Land zu nehmen und dann die Fahrt auf dem Assuan-Stausee weiter fortzusetzen und umgekehrt.

Einige interessante Längen und Daten des Nils

Von seiner am weitesten entfernten Quelle in Burundi legt der Nil bis zu seiner Mündung insgesamt 6.671 km Flussstrecke zurück. Vom Viktoriasee sind dies noch 5.588 km, von Khartum, wo der Blaue Nil in den Weißen Nil fließt, rund 2.700 km und von der Landesgrenze von Sudan/Ägypten bis zur Mündung noch 1.550 km. Geologischen Untersuchungen ergaben, dass sich erst vor ca. 1 Million Jahren der Viktoriasee durch Absenkung des dortigen Hochlandes gebildet hat. Nach dem Ende der letzten Eiszeit ist dieser See vor ca. 12000 Jahren erst übergelaufen und ließ den Viktoria-Nil, bzw den Weißen Nil entstehen.

Geschichte

Altes Ägypten

Erst durch den Nil wurde das Leben und die Kultur an den Nilufern des Alten Ägyptens möglich. Ohne ihn wäre das Land eine einzige Wüste. Man sieht es daran, dass er im Westen von der Libyschen und im Osten von der Nubischen Wüste sowie der Arabischen Wüste eingefasst wird, wo bis auf ein paar Oasen kein Wasser existiert und somit Landwirtschaft und Kultur unmöglich waren bzw. sind. Erst durch den fruchtbaren Schlamm, den der Nil bei seinen Hochwassern über das Land verteilt, konnten Nutzpflanzen angebaut und Landwirtschaft betrieben werden. Außerdem wurde der sehr tonhaltige Schlamm des Nils zum Häuserbau benutzt. Während die vom Nil geführte Wassermenge, die fast ausschließlich von den Niederschlägen in den Ländern um den Viktoriasee abhing, ihren Tiefstand zumeist im April erreicht(e), stieg diese bis Ende August auf das etwa 50 bis 60fache an: Einmal im Jahr überschwemmte der Nil das Land und bedeckte einen bis zu mehrere Kilometer breiten Streifen Land. Wenn das Wasser abfloss und verdunstete, hinterließ er fruchtbaren, dunklen Schlamm (so dies auch heute noch, wenn es den Assuan-Staudamm nicht gäbe), der dem Alten Ägypten seinen Namen gab (Kemet - "Das schwarze Land"). Um diese Anbaufläche für Getreide vollständig nutzen zu können, siedelten die Ägypter meist direkt entlang des Nils, aber auch etwas abseits des Flusses in der Wüste. Um für die Wüstensiedlungen und für Trockenzeiten Wasser speichern zu können, mussten sie Kanäle und künstliche Seen anlegen. Da der einzelne ägyptische Bauer diese nicht bauen konnte, schlossen sich die Bewohner eines Landstriches zusammen und bildeten Gaue, die von Gaufürsten verwaltet wurden. Der Pegelstand des Nils zur Zeit der Überschwemmung schwankte stark. Er wurde an sog. Nilometern gemessen. Da bei niedrigem Stand manche Landstriche nicht überschwemmt wurden und die dort lebenden Bauern hungerten, wurden die Steuern nach dem Stand des Nils festgesetzt. Stieg der Nil aber zu hoch, drohte das Brechen von Dämmen und die Zerstörungen der Häuser. Dadurch wurden schon früh Geometer benötigt, die das Land neu ausmaßen und die Feldergrenzen neu festlegten. Der Nil war der Haupthandelsweg Ägyptens. Über den Fluss wurde z. B. Holz transportiert, das in Ägypten fast überhaupt nicht vorkommt. Es wurde aus Syrien und Palästina importiert. Außerdem wurden Steinblöcke für den Bau von Pyramiden auf Schiffen transportiert. Der Schiffverkehr war auf den Tag begrenzt, da man in der Nacht Gefahr lief, auf Sandbänke zu laufen. Bei sehr niedrigem Wasserstand wurden die Schiffe über kurze Strecken über Land gezogen. Das Segel wurde erst 3350 v. Chr. eingeführt.

Römer- bis Neuzeit

Segel Bereits die alten Römer waren auf der Suche nach den Quellen des riesigen Stromes. Der portugiesische Jesuitenmissionar Pater Pedro Paez (1564-1622) entdeckte 1613 die Quelle des Blauen Nils. Der schottische Afrikaforscher James Bruce (1730-1794) entdeckte die Quelle am 4. November 1770 wieder und beanspruchte den Ruhm (vergeblich) für sich; er befuhr 1771 den Blauen Nil bis zur Vereinigung. Für die Entdeckung der tatsächlichen Quelle des Nils am Luvironza haben viele Afrikaforscher meist vergeblich gesucht und Hypothesen aufgestellt. Bei einer Expedition, die von 1821-1822 dauerte, erreichte der Franzose Frédéric Cailliaud (1787-1869) die Mündung des Blauen- in den Weißen Nil. 1861 stellte die niederländische Afrikaforscherin Alexandrine Tinné in Kairo eine Expedition zusammen, musste diese aber aus logistischen Gründen nach einigen Monaten erfolglos abbrechen. 1866 machte sich der berühmte britische Forscher David Livingstone (1813-1873) auf Expeditionen zu den Quellen des Nil und des Kongo; er meinte sie im viel weiter südlich liegenden Bangweulusee gefunden zu haben, erreichte die wirkliche Quelle aber nie. 1857 gingen die Briten John Haning Speke und Richard Francis Burton gemeinsam auf Erkundung des Viktoriasees: John Speke sah in ihm die Quelle - Richard Burton jedoch im südlicherem Tanganjikasee; 1858 machte sich John Speke, nun in Begleitung mit James Augustus Grant, erneut auf Expedition und sie entdeckten 1862 die seit langem überfluteten Ripon Falls (die damals wohl noch freilagen) im Norden des Viktoriasees, welcher fälschlicher Weise oft als Nilquelle angesehen wird. Die Quelle des Kagera Nils am Luvironza, die der tatsächlichen Nil-Quelle entspricht, wurde 1893 von den Österreichern Oscar Baumann (1864-1899) und Oskar Lenz (1848-1925) gemeinsam entdeckt; erst 1898 wurde die geographische Lage dieser Quelle vom Deutschen Dr. Richard Kandt (1867-1918) genau bestimmt. Auch der Brite Samuel White Baker und der Italiener Romolo Gessi, die sich ebenfalls auf die Suche machten, haben erfolgreiche Expeditionen unternommen.

Die Entdeckung des tatsächlichen Quellflusses des Nils

Weil der Weiße Nil - mit seinen sich daran anschließenden und oben genannten Quellflüssen - deutlich länger als der Blaue Nil ist und auch ein wesentlich größeres Einzugsgebiet als dieser aufweist, ist er der tatsächliche und seit langen unumstrittene Quellfluss des Nils. Allerdings galt der Blaue Nil früher auch als dessen Quellfluss, wohl auch weil zu seinem Namen die Bezeichnung Nil gehört; dies geschah, bis 1893, als man die Quelle des obig genannten Luvironza fand und sich in der Folgezeit daran machte, den sich daran anschließenden Flusslauf zu vermessen. So fand man heraus, dass der Weiße Nil mit seinen Quellflüssen der deutlich längere Fluss ist, so dass dieser der tatsächliche Quellfluss des Nils ist. Wohl der Tradition wegen wird oft auch noch der Viktoriasee (bzw. die darin liegenden und seit langer Zeit überfluteten Ripon Falls) als Flussursprung genannt; dabei werden allerdings 1.083 km (fast die Länge der Elbe) von der Quelle des Luvironza bis zum Ausfluss des Nils aus diesem See unterschlagen. Fasst man die zuvor genannten Erkenntnisse über die Länge und Einzugsgebiet des Stroms zusammen, so ist der Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Akagera-Weißer Nil-Nil der tatsächliche - gesamte - Flusslauf des Nils.

Fauna

Der Nil besitzt eine artenreiche und einmalige Tierwelt. Viele erhielten nach dem Fluss auch ihren Namen, so etwa das Nilkrokodil, der Nilhecht, die Nilgans, die Nil-Grasratte, der Nilwaran und auch das Nil- oder Flusspferd, welches aber heute im Unterlauf nicht mehr vorkommt. Viele Tiere nutzten die Ägypter als Haustiere oder Vorbilder für Götter.

Städte am Nil-Ufer

Die Millionenstädte Kairo, Giseh (beide Ägypten) und Khartum (Sudan) sind die größten Städte. Die alten Ägypter bauten ihre Städte oft an den fruchtbaren Ebenen des heiligen Flusses. Viele Katarakten und Stauanlagen wurden, u. a. für die Besiedlung, errichtet. Städte am Ufer mit über 100.000 Einwohnern:
- Ruanda
  - Kigali
- Uganda
  - Kampala (am Viktoriasee)
  - Jinja
- Sudan
  - Dschuba
  - Malakal
  - Kusti
  - Rabak
  - Khartum (al-Chartūm)
  - Omdurman (Umm Durmān)
  - Bahri
  - Atbara
  - Wadi Halfa
- Ägypten
  - Assuan (Aswān)
  - Luxor (al-Uqsur)
  - Qena (Qinā)
  - Sohag (Suhādsch)
  - Asyut (Asyūt)
  - Minya (al-Minyā)
  - Beni Suef (Banī Suwaif)
  - Fajum (al-Fayyūm) - etwas westlich vom Nil
  - Helwan (Hulwān)
- Orte im oder am Nildelta
  - Kairo (al-Qāhira)
  - Giseh (al-Dschīza)
  - Heliopolis (Misr al-Dschadīda)
  - Imbaba (Imbābā)
  - Banha (Banhā)
  - Shibin al-Qaum
  - Ismailia (al-Isma'īliyya, am Sueskanal, über Seitenkanal mit Nildelta verbunden)
  - Zagazig (az-Zaqāzīq)
  - Tanta (Tantā)
  - al-Mahallat al-Kubra (al-Mahallāt al-Kubrā)
  - Mansura (al-Mansūra)
  - Naukratis (Nebireh)
  - Damanhur (Damanhūr)
  - Kafr asch-Schaich
  - Alexandria (al-Iskandariyya)
  - Port Said (Būr Sa'īd)
  - Damietta (Dumyāt)

Kanäle

Künstliche angelegte Kanäle, welche den Nil begleiten, oder von ihm abzweigen sind unter anderen:
- Bahr Yusuf
- El Muhit-Kanal
- Giseh-Kanal
- Ibrahim-Kanal
- Ismailia-Kanal
- Jonglei-Kanal

Literatur


- Lutz Knörnschild: Zur Geschichte der Nilwassernutzung in der ägyptischen Landwirtschaft von den Anfängen bis zur Gegenwart (= Leipziger Beiträge zur Orientforschung, Bd. 1), Frankfurt/a. M./Berlin u.a. 1993, S. 284, 11 Abb., 60 Tab., ISBN 3-631-44755-8

Weblinks


- [http://www.selket.de/nil.htm Der Nil - eine Menge Informationen mit Bildern]
- [http://www.jaduland.de/afrika/nil/index.html Der heilige Nil]
- [http://www.chufu.de/Nil/nil.html Der Nil (chufu.de)]
- [http://www.nilebasin.org Nile Basin Initiative]
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/254226.html Nilhochwasserzyklus ] Kategorie:Fluss in Afrika Kategorie:Fluss in Ägypten Kategorie:Fluss im Sudan Kategorie:Ägyptologie ja:ナイル川 ko:나일 강

Tanis

Tanis war eine antike Stadt im nordöstlichen Nildelta des Alten Ägypten. Während der 1. und 2. Dynastie und später in der 21. und 22. Dynastie war Tanis die Hauptstadt des ägyptischen Reichs. Zur Zeit sind im Grabungsbezirk von Tanis die Ruinen eines Amun-Tempels sowie Obelisken und Statuen zu sehen. Auch eine königliche Nekropole wurde entdeckt. Die Grabungsleitung liegt bei der Société Française des Fouilles de Tanis.

Literatur


- Henri Stierlin und Christiane Ziegler, Tanis. Vergessene Schätze der Pharaonen, Hirmer (München), 1987, ISBN 377744460X
- Jürgen von Beckerath, Tanis und Theben, Augustin Verlag, 1951, ISBN B0000BG8OH Kategorie:Ort in Ägypten Kategorie:Obelisk

Technologie

Unter der Technologie (v. griech.: τεχνολογία technología = die Lehre, das System der Technik) versteht man die Gesamtheit der Verfahren zur Produktion von Waren und Dienstleistungen, die einer Gesellschaft zur Verfügung steht. Zur Übersetzung des englischen Wortes "technology" eignet sich "Technologie" demnach nur in Ausnahmenfällen, da das mögliche Bedeutungsspektrum von "technology" breiter ist und von "Technik" über "Gerät", "Werkzeug", "Computerprogramm" bis zu "System" und "Verfahren" reicht; entsprechend ist bei der Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche semantisch zu differenzieren. Technologie beinhaltet die Komponenten der Technik (Werkzeuge, Geräte, Apparate) und Komponenten der Logistik, die materiellen und organisatorischen Voraussetzungen und deren Anwendung. In jüngster Zeit gewinnt die Technikfolgenabschätzung immer mehr an Bedeutung. Häufig wird schönfärberisch Technologie anstelle von Technik verwendet. Spricht jemand im Zusammenhang z. B. bei Fahrzeugen von neuester eingesetzter Technologie, ist nur die Technik gemeint. Technologie soll das Wort Technik nur aufblasen und größer erscheinen lassen. Technologie hat einen zeitlichen und kulturellen Kontext, so dass eine Technologie oft als Synonym für eine bestimmte Epoche (beispielsweise Bronzezeit, Informationszeitalter) oder als Bestimmung für eine Kultur (zum Beispiel bandkeramische Kultur) dient. Die verfügbare Technologie beschränkt die erreichbare Produktivität sowohl qualitativ (was kann ich produzieren, was brauche ich an Voraussetzungen) als auch quantitativ (Kosten, Produktivität). Unter High-Tech versteht man hochentwickelte Techniken, die neueste wissenschaftliche Erkenntnisse umsetzen, so beispielsweise die Produktion von CPUs oder bakteriell hergestelltes Insulin. Im Gegensatz dazu bezeichnet Low-Tech absichtlich möglichst einfache, ausfallsichere Techniken (bei deren Entwicklung natürlich auch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zum Einsatz kommen können), die dadurch einfach in Herstellung, Anwendung oder Wartung sind. Juristisch gibt es den Begriff Stand der Technik, der eher im Sinne von Innovation verstanden wird und vom mehr konservativ geprägten Begriff anerkannte Regeln der Technik zu unterscheiden ist. Bei der Entwicklung von Technologie unterscheidet man zwei Ansätze: zum einen den "technology push" - Ansatz, bei dem zuerst eine neue technische Entwicklung gemacht wird und danach nach möglichen Anwendungen und Nutzern gesucht wird, und zum anderen den Ansatz des "demand/market-pulls", bei dem technische Entwicklung nach den Bedürfnissen der Benutzer erfolgt. Seit den 80ern wird in der Industrie und bei der Technologiepolitik meist eine Doppelstrategie benutzt.

Geschichte

Obwohl der Gebrauch von Werkzeugen auch bei Tieren nachgewiesen wurde, ist der Begriff Technologie an die menschliche Kultur gekoppelt. Das Vorhandensein von Technologie (Werkzeuggebrauch, Feuer) wurde daher auch oft zur Abgrenzung zwischen Mensch und Tier verwendet. Der technologische Fortschritt ist eng mit dem gesellschaftlichen Fortschritt insgesamt verknüpft. Während sich bis etwa zur industriellen Revolution die Technologie im Alltag kaum bemerkbar machte (weil sie sich nur langsam, wenn überhaupt, veränderte), ist spätestens mit dem Auftreten von Technologie-Katastrophen im 20. Jahrhundert der Begriff Technologie ins Bewusstsein der Menschen gedrungen.

Vor- und Frühgeschichte

Bereits in vorgeschichtlicher Zeit (Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit) schuf die verfügbare Technologie die Rahmenbedingungen für die entstehende Kultur und wurde daher zum prägenden Begriff. Obwohl heute oft eher abschätzig betrachtet (Dein Handy ist wohl noch aus der Steinzeit?) ist die Technologie dieser Epochen durchaus aufwändig und komplex, was sich in den heute noch vorhandenen Funden aus diesen Epochen (beispielsweise Ötzi) ausdrückt. Prägende Technologien:
- Feuerstein
- Bronze
- Eisen

Antike bis 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts

Nachdem die Technologie der Vorzeit vor allem von den verfügbaren Materialien und Werkzeugen bestimmt war, entstanden schon in den antiken Hochkulturen erste Maschinen, und die Weiterentwicklung und Verbreitung von Techniken wurde systematisch betrieben. Trotzdem entwickelten sich Fortschritte nur langsam, da viele Schlüsseltechnologien, wie zum Beispiel Dampfmaschine, Elektrizität erst später entwickelt wurden, obwohl die Grundprinzipien teilweise schon bekannt waren. In dieser Zeit wurde von Technologie selbst noch nicht gesprochen. Trotzdem gab es immer wieder Versuche, das bestehende Wissen zu beschreiben. Ab etwa dem 16. Jahrhundert setzte sich eine Lehre durch, welche die sich rasch entwickelnden Gewerbe, deren handwerklichen Verfahren und technischen Mittel, beschrieb. Die Hauptvertreter dieser Epoche waren Georgius Agricola und Réaumur. Agricola verfasste eine Enzyklopädie über den Bergbau und das Hüttenwesen. Unter der Anregung und Leitung von Réaumur wurde an der Pariser Akademie der Wissenschaften eine Sammlung von Beschreibungen der unterschiedlichsten Gewerbe erstellt. Diese Sammlung von Beschreibungen füllten im Jahr 1805 21 Bände und stellte somit die umfassendste Beschreibung von Methoden und Verfahren ihrer Zeit dar. In dieser Zeit wurde das Wort Technologie wörtlich übersetzt, "Kunst der Rede". Somit beschrieb es die Fähigkeit, über wissenschaftliche Vorgänge zu sprechen. Prägende Technologien:
- Maschinen
- Windkraft
- Wasserkraft
- Buchdruck
- Manufaktur

2. Hälfte des 18. Jahrhunderts bis 1. Viertel des 19. Jahrhunderts

Mit der Erfindung der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert setzt man den Beginn der industriellen Revolution an. Die Möglichkeit, Energie künstlich in großem Maßstab zu erzeugen, gab der Technologie einen ungeahnten Aufschwung. Und der Begriff wurde selbst zum Gegenstand der Wissenschaft. 1777 veröffentlichte der Göttinger Professor für Ökonomie und Kameralwissenschaften Johann Beckmann die "Anleitung zur Technologie". Somit ist das erste Mal der Begriff der Technologie gefallen. Schon in der Erklärung für diese Wortwahl wird ersichtlich, was Beckmann beabsichtigte. Er wollte mit der Technologie eine Wissenschaft, die "Arbeiten, ihre Folgen und Gründe vollständig, ordentlich und deutlich erklärt". Doch die größte Leistung von Beckmann ist die systematische Erfassung und Ordnung des technologischen Wissens dieser Zeit. Sein Wirken beschränkte sich nicht nur auf seine Zeit. In weiteren Schriften fanden sich sogar schon Ansätze, Techniken nicht aus der Erzeugungsorientierten, sondern aus der Vorgangsorientierten Sicht zu beschreiben. In seinem "Entwurf der allgemeinen Technologie" sind so 51 Methoden- und Verfahrensklassen, die unabhängig von dem behandelnden Ausgangsstoff, den Produktionsprozess beschreiben. Somit war es das erste Mal in der Geschichte gelungen, die über die Zeit entwickelten Methoden und Verfahren, losgelöst von der ursprünglichen Verwendung, zu sehen. Dadurch konnten nun die scheinbar zusammenhangslosen Produktionsprozesse in Beziehung zueinander gesetzt werden. Karl Marx ist die Person, die diese Entwicklung als erster beobachtet und beschrieben hat. Nach seiner Aussage wurde damit die moderne Wissenschaft der Technologie geschaffen. Die Auffassung von Technologie als eigenständiger Wissenschaft hat sich nicht durchgesetzt, am engsten sind wohl die Ingenieurwissenschaften mit der Technologie verknüpft, obwohl in einem abstrakten Sinn alle Wissenschaften Beiträge zur Technologie liefern. Prägende Technologien:
- Dampfmaschine

1. Viertel bis Ende des 19. Jahrhundert

In dieser Phase ist eine starke Entwicklung spezieller technologischer Bereiche zu erkennen. So entstehen Werke zur mechanischen, chemischen und landwirtschaftlichen Technologie. Die Entwicklung dieser Bereiche schritt im Prinzip unabhängig voneinander voran. Dieses kann eigentlich als Stillstand der Entwicklung der Technologie als Wissenschaft angesehen werden. Nur Karl Karmarsch scheint dem Gedanken der Zusammenführung der Technologie anzuhängen. So ist in seinem Werk "Handbuch der mechanischen Technologie" von 1837 bereits die Differenzierung in die allgemeine und spezielle Technologie anzutreffen. Auch die heute noch aktuelle Erforschung des Produktionsprozesses und deren systematische Darstellung beruht auf seinem Wirken. Prägende Technologien:
- Dampfschiff
- Eisenbahn
- Elektrotechnik

Ende des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts

In dieser Zeit kommt die industrielle Großproduktion auf. Die Dampfmaschine wird durch den individuellen Elektroantrieb ersetzt. So bestand nun die Möglichkeit, den Produktionsprozess neu zu gestalten und zu organisieren. Doch es ist anzunehmen, dass neue Produktionsprozesse, wie die Fließ- und Massenfertigung, nicht realisiert worden wären, wenn es nicht eine radikale Änderung der Betrachtungsweise des Produktionsprozesses gegeben hätte. So wurden die Produktionsvorgänge von einem abstrakteren Gesichtspunkt betrachtet und konnten so besser optimiert werden. Aus diesen Optimierungen, die sich überwiegend im Bereich der mechanischen und chemischen Industrie abspielten, bildeten sich die Fertigungstechnik, die Verfahrenstechnik, die Förderungstechnologie und auch die Verarbeitungstechnologie heraus. Diese Bereiche waren nun nicht mehr an die einzelnen Technologierichtungen gebunden und konnten so allgemeingültige Verfahren und Prozesse entwickeln. Prägende Technologien:
- Automobil
- Fließband
- Flugzeug
- Funktechnik

ab Mitte des 20. Jahrhunderts

Mit der Entwicklung der Atombombe und dem Aufkommen der Atomtechnologie wurde zum erstenmal in der Geschichte die Selbstauslöschung der Menschen durch Technologie ermöglicht. Der Umgang mit Technologie und technischem Fortschritt wurde damit zur existentiellen Frage der Menschheit. Andere Technologien haben ebenfalls potentiell globale, katastrophale Folgen (Gentechnik, globale Erwärmung), so dass für manche der Begriff Technologie erstmals eine negative Nebenbedeutung bekommen hat und es Bestrebungen zur Begrenzung des technischen Fortschritts und zur Technologiefolgeabschätzung gibt. Jedoch ist die technologische Entwicklung insgesamt relativ positiv zu bewerten, bezüglich ihrer Folgen. Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hat der Menschheit die Möglichkeit gegeben, die rechnerische Leistung des Gehirns mittels Computer zu multiplizieren (mit exponentieller Geschwindigkeit), was weitaus größere Folgen für den menschlichen Fortschritt haben wird, als die Multiplizierung des Muskelkraft von Menschen die durch die industrielle Revolution zustande kam. Prägende Technologien:
- Kernkraft
- Raumfahrt
- Informationstechnologie
- Gentechnik

Wortherkunft

Aus dem Griechischen τεχνολογια (technologia), was abgeleitet ist von τεχνολογος (technologos) aus τεχνη (technä), Handwerk, Kunst, Technik und λογος (logos), (hier) Wissenschaft, also die Wissenschaft der handwerklichen Erzeugung oder Kunstfertigkeit oder moderner die Wissenschaft der Produktion.

Beispiele

Die Erfindung der Bronzebearbeitung zu Waffen und Werkzeugen, die der Menschheitsära der Bronzezeit den Namen verleiht, ist ein Beispiel aus der Geschichte, wo eine Technik aufgrund ihrer fundamentalen Bedeutung für sämtliche Lebensbereiche eine Einheit mit der Technologie bildete. Eine moderne Parallele findet man beispielsweise in der Informationstechnik, die bereits jetzt die Bezeichnung Informationszeitalter motiviert hat.

Literatur


- Seiffert, Helmut; Radnitzky, Gerard (Hrsg.) (1992): Handlexikon zur Wissenschaftstheorie. 2. unv. Aufl. (Orig. 1989), München: dtv, ISBN 3-423-04586-8, S. 362-365 (Stichwort Technologie und deren Abgrenzung zu anderen Wissenschaften).
- Baudrillard, Jean; Böhringer, Hannes; Flusser, Vilem (1989): Philosophien der neuen Technologie, Berlin: Merve, ISBN 3883960667.
- Brödner, Peter (1997): Der überlistete Odysseus, Berlin: Edition Sigma, ISBN 3894046112.

Siehe auch


- Angepasste Technik
- Schlüsseltechnologie
- Ingenieurwissenschaft
- Technikfolgenabschätzung
- Automation
- Bahnen
- Computer
- Elektrotechnik
- Erfindung
- Informatik
- Internet
- Patente
- Raumfahrt
- Schifffahrt
- Verkehr
- Wissenschaft
- Forschung
- Mechanik
- Liste bedeutender Ingenieure
- Medientheorie
- Multimedia
- SciFi-Technologie

Weblinks


- [http://muse.jhu.edu/demo/technology_and_culture/v044/44.1hafter.pdf The Cost of Inventiveness] ja:工業 ko:기술 ms:Teknologi th:เทคโนโลยี

Anime

Anime (jap. アニメ) ist eine Abkürzung des englischen Begriffs animation (jap. アニメーション animēshon) und bezeichnet außerhalb von Japan, speziell in den westlichen Ländern, in Japan produzierte Zeichentrickfilme charakteristischer Machart. In Japan selbst steht Anime für alle Arten von Zeichentrickfilmen, für die im eigenen Land produzierten genauso wie für importierte.

Historische Entwicklung

Siehe unter Geschichte des Anime

Inhalt moderner Anime

Während europäische und amerikanische Zeichentrickfilme hauptsächlich auf ein jüngeres Publikum abzielen, kindgerechte Inhalte und Comedy daher im Vordergrund stehen und andere Genres eher Randerscheinungen darstellen, gibt es bei Anime ein breit gefächertes Themenspektrum für alle Altersstufen. Von Literaturverfilmungen (z. B. Das Tagebuch der Anne Frank) über Horror bis hin zu Sciencefiction werden nahezu alle Bereiche und Altersklassen abgedeckt. Auch gibt es Genres bei Anime, die fast ausschließlich in diesen vorkommen (z. B. Mecha-Serien über überdimensional große Roboter). Ein Schwerpunkt der Produktionen liegt allerdings auch in Japan bei TV-Serien für Kinder und Jugendliche, denen oft etwas mehr „zugemutet“ wird als in westlichen Kinderfilmen üblich.

Anime-typische Bildsprache

Die meisten Animes haben alle eines gemeinsam: ihre eigentümliche Bildsprache. In sehr vielen Animes werden übergroße Körperteile als Betonung für bestimmte Situationen benutzt. So sind z. B. hochrote Köpfe ein Anzeichen für eine besonders große Peinlichkeit, viele Schweißtropfen im Gesicht zeigen die Ahnungslosigkeit von manchen Personen, eine große Schweißperle an den Schläfen zeigt die Verlegenheit und Wut wird meist durch einen sehr großen Körper dargestellt, der sich über einen anderen beugt und diesen anschreit. Doch nicht in allen Animes wird diese Bildsprache benutzt, eine so derart ausgeprägte Bildsprache wird nur in den Animes für das jüngere Publikum benutzt, wie in den Serien Pokémon, Digimon, Hamtaro usw. Animes für das ältere Publikum wie z. B. Armitage III, X (Film und Serie), Akira und Prinzessin Mononoke verzichten komplett auf eine solche Bildsprache, um auf ihre Weise nah an die Realität zu kommen.

Bedeutung von Anime in Japan

Anime sind ein fester Bestandteil des japanischen Kulturgutes. Die Bedeutung der Anime in Japan kann man an der Tatsache erkennen, dass die drei (bis 2003) erfolgreichsten Kinofilme in Japan Anime sind: Mononoke Hime (engl.: Princess Mononoke, dt.: Prinzessin Mononoke), Pokémon: Der Film und Sen to Chihiro no Kamikakushi (engl.: Spirited Away, dt.: Chihiros Reise ins Zauberland). Pornographische Anime (sog. Hentai) machen nur einen kleinen Teil des japanischen Kaufvideo-Marktes aus, im Kino werden sie in Japan überhaupt nicht gezeigt. Im Gegensatz zu weit verbreiteten Vorurteilen liegt der Hentai-Anteil bei Anime nur bei ca. 5% der Gesamtproduktion. Dennoch beinhalten viele Anime erotische Ansätze, obwohl sie nicht den Hentai zugeordnet werden.

Anime-Industrie in Japan

Veröffentlichungsarten

Anime-TV-Serien haben für gewöhnlich 13, 26 oder 52 Folgen, so dass bei wöchentlicher Ausstrahlung eine Laufzeit von einem viertel, einem halben oder einem ganzen Jahr erreicht wird. Im Gegensatz zu westlichen Serien sind die meisten Anime-Serien nicht als Endlosserien ausgelegt, obwohl insbesondere Manga-Verfilmungen oft auf weit mehr als 100 Folgen kommen können. Neben TV-Serien und Kinofilmen gibt es noch ein weiteres Format für Anime: OVA (Original Video Animation), auch OAV (Original Animated Video) genannt, das speziell für den Kaufvideo- und DVD-Markt produzierte Animes bezeichnet. Die Zielgruppe sind meist junge Erwachsene, daher sind die Inhalte in der Regel mit viel Fanservice versehen.

Zusammenarbeit mit anderen Medien

Die meisten Anime und Anime-Serien beruhen auf erfolgreichen Mangas (z. B. Akira, Ghost in the Shell, Rurouni Kenshin). Es gibt gelegentlich aber auch den umgekehrten Fall, bei dem aufgrund eines erfolgreichen Animes ein entsprechender Manga gezeichnet wird (zum Beispiel Neon Genesis Evangelion, Tenchi Muyo!). Manchmal wird der Manga nicht neu gezeichnet, sondern aus Einzelbildern des Anime und eingefügten Sprechblasen zusammengesetzt, was in Ermangelung eines standardisierten Fachbegriffes gewöhnlich als „Anime-Comic” bezeichnet wird (zum Beispiel bei Oh! My Goddess oder Card Captor Sakura). Oft ist auch die Computerspiel-Industrie in die Anime-Produktion involviert (zum Beispiel bei .hack, Pokémon, Yu-Gi-Oh, Digimon, Megaman).

Bekannte Anime-Studios

Das bekannteste und erfolgreichste japanische Anime-Studio ist Studio Ghibli, in dem seit 1985 unter der Leitung von Hayao Miyazaki ein Blockbuster nach dem anderen entsteht (z. B. Prinzessin Mononoke 1997, Chihiros Reise ins Zauberland 2001, Das wandelnde Schloss 2004). Seinen bisher größten weltweiten Erfolg feierte Studio Ghibli mit Chihiros Reise ins Zauberland: Der Film erhielt neben zahlreichen internationalen Zuschauer- und Kritikerpreisen im Jahr 2002 den Goldenen Bären auf der Berlinale und im Jahr 2003 den Oscar als bester Animationsfilm, was ihn zum meistausgezeichneten Zeichentrickfilm aller Zeiten macht. Weitere profilierte Produktionsstätten sind:
- GAINAX (Neon Genesis Evangelion)
- Studio Toei (Sailor Moon, Captain Future; "Toei" ist ein Tokioter Stadtteil)
- Nippon Animation, (World Masterpiece Theater, eine Serienreihe)

Arbeitsbedingungen japanischer Anime-Zeichner

Laut einer im Jahr 2005 durchgeführten Studie arbeiten japanische Anime-Zeichner im Durchschnitt 10,2 Stunden pro Arbeitstag bzw. 250 Stunden pro Monat. Zwei Drittel aller Zeichner verdienen weniger als 3 Millionen Yen (ca. 21.700 Euro) pro Jahr, 27 % geben sogar einen Jahresverdienst von weniger als 1 Million Yen (ca. 7.200 Euro) an. 80 % aller Zeichner arbeiten nach einem festen Bezahlungsschema, bei dem sie pro Einzelbild im Durchschnitt 186,9 Yen (ca. 1,35 Euro) erhalten.

Anime in Deutschland

Anime im deutschen Kino

Der erste Anime in Deutschland war der Kinofilm Der Zauberer und die Banditen (jap. 少年猿飛佐助 shōnen sarutobi sasuke [http://www.toei-anim.co.jp/lineup/movie/sasuke/], engl. Magic Boy) von Studio Toei aus dem Jahr 1959. Er hatte seinen deutschen Kinostart am 16. März 1961. Seither sind im deutschen Kino insgesamt ca. 25 bis 30 Anime-Filme gezeigt worden, u. a. Akira (1991), Ghost in the Shell (1997), Perfect Blue (2000), Prinzessin Mononoke (2001), Chihiros Reise ins Zauberland (2003) und Das wandelnde Schloss (2005). Die bisher höchsten Zuschauerzahlen hatten die drei im Kino gezeigten Filme zur Pokémon-Serie.

Anime im deutschen Fernsehen

Die erste Anime-Serie im deutschen Fernsehen war die Serie Speed Racer (Tatsunoko Productions, 1967), von der im November und Dezember 1971 in der ARD drei Folgen gezeigt wurden. Die vierte Folge war zwar für den 23. Dezember 1971 angekündigt, ihre Ausstrahlung wurde jedoch aufgrund von Protesten von Eltern kurzfristig gestrichen und die Serie vollständig abgesetzt. Am 31. Jan